Es ist Abend, draußen zwitschern die Vögel…
Die Sonne geht langsam unter und neben mir steht eine Kerze, deren Flamme eifrig hin und her tanzt…
Viel eifriger als meine Finger, die leblos auf der Tastatur liegen.
Was schreibe ich nun in den ersten Eintrag – den Auftakt meines Blogs?
Vielleicht beginne ich einfach mit dem Offensichtlichsten – dem Aufbruch in eine neue Lebensphase.
Inhaltsverzeichnis
- Kurz vorneweg
- Die neue Lebensphase
- Über Werte
- Bitte keine Perfektion
- (M)ein neues Utopia?
- Über Ökodörfer

Kurz vorneweg
Es kann heutzutage gefährlich sein, seine Meinung im Internet zu veröffentlichen, das ist auch mir bewusst.
Daher möchte ich von vornherein klarstellen, dass alles, was du hier lesen wirst, ein Produkt meiner Freude am Teilen von Erkenntnissen und meiner eigenen Recherchen ist – und vor allem dem, was ich daraus schließe!
Also: Meine Meinung! Nicht mehr und nicht weniger.
Das muss nicht zwangläufig das sein, was andere daraus schließen würden und auch nicht das, was einer allgemeinen Wahrheit entspricht (gibt es sowas überhaupt?).
Aber genau diese Lücke ist doch das, worüber man diskutieren kann, darf und auch soll, denn sonst wäre das hier ja keine Demokratie mit freier Meinungsäußerung.
Wenn dich meine Artikel empören und du auf Stunk und Hass aus bist, dann suche dir doch bitte eine andere Internetseite und noch viel wichtiger – verschone mich und alle anderen, die das anders sehen, mit irgendwelchen Hass- oder Empörungskommentaren.
Vielen Dank!
Konstruktive Kritik und eine andere Interpretation von Gedanken sind natürlich immer willkommen 🙂
So, und jetzt kanns losgehen… Wanderschuhe an und ab ins neue Leben 🙂

Inhalte zu Reisezielen und was wir da erleben findest du hier: Reiseblog
Die neue Lebensphase
Ich starte hier einfach mal ganz kitschig mit einem Zitat von Gandhi, das für mich von Zeit zu Zeit immer wahrer geworden ist:
„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“
Ich würde mich selbst als jemanden bezeichnen, der schon lange mit perfektionistischen Anteilen zu kämpfen hat und daher sehr schnell das Haar in der Suppe oder die Fehler an sich selbst und anderen Menschen erkennt. Sie springen mir förmlich ins Gesicht.
Glücklicherweise bin ich mittlerweile auch in der Lage, meine eigenen Fehler und inkonsistenten Handlungen ebenso schnell zu erkennen und diesen sowohl an mir als auch an anderen eher mit einer liebevollen Güte als einer moralischen Keule zu begegnen.
Daher würde ich, bezogen auf das Zitat oben, schon sagen: Man darf vom Guten und Schönen predigen, auch wenn man selbst noch lange nicht auf diesem Level ist.
Solange man sich diesen Abstand vor Augen führt und sich der eigenen Unperfektion bewusst ist!
Dennoch ist es meiner Meinung nach am sinnvollsten, sein Leben dafür zu nutzen, sich durch sein Tun auf die Ideale und Werte zuzubewegen, die man für sinnvoll und gut hält in der Welt.
Sonst bleibt man ein ewiger Prediger und ist dazu verdammt, keine Fortschritte mehr zu machen in Richtung der eigenen Ideale. Man lebt in ständiger Dissonanz und Zerrissenheit, was für mich auf Dauer schwierig wurde und die Frage aufgeworfen hat, wozu mein Leben eigentlich da ist?
Außerdem geht eine Menge Potential verloren, wenn der eigene Lebensentwurf nicht mit den Werten und Träumen übereinstimmt.
Der Standard Lebensentwurf von Karriere, Haus, Kind und Kegel ist für mich mit einem immensen Aufwand verbunden, der bei mir vor allem für eines sorgen würde (und dieses Gefühl habe ich auch bei vielen anderen): Ablenkung!
Sobald man nur genug zu tun hat und ständig nur hin und her rennt, rücken Fragen über das eigene Leben in den Hintergrund. Das kann ganz angenehm sein, da diese manchmal auch schwierig sind. Das Problem ist jedoch, dass sich diese Fragen nicht lösen! Sie werden einfach nur verschoben – darauf wenn die Kinder mal aus dem Haus sind oder der Job weniger anstrengend ist – oder eben mehr und man sich irgendwann kurz vor dem Ausbrennen fragt: Wozu mache ich das noch gleich?
Das kann man überall beobachten: „Ja, Atommüll ist doof, aber jemand wird schon irgendwann eine Lösung dafür finden, legen wir erstmal los!“ oder auch: „Ja, KI könnte gefährlich sein, aber jemand wird das in der Zukunft schon regeln, legen wir erstmal los!“ oder auch: „Ja, das massenweise Zuführen von Antibiotika ins Grundwasser durch Massentierhaltung lenkt uns direkt in eine Welt, in der wir hilflos multiresistenten Keimen gegenüberstehen – aber ich hab Hunger auf Steak also scheiß drauf, jemand wird dafür in der Zukunft sicher eine Lösung finden“.
Ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will.
Doch zurück zum Verschieben der eigenen Lebensfragen:
Was sage ich dann, wenn ich 55 oder 60 bin, zu mir und meinen Kindern, wenn ich die Frage nach einem sinnvollen Lebensentwurf einfach „verschoben“ habe und nun 2/3 meines Lebens eher in einem Zustand der Ablenkung verbracht habe?
Was bringe ich meinen Kindern dadurch bewusst und unbewusst bei?
Zumal in der aktuellen Zeit Fragen z.B. nach nachhaltigem Leben und einer reduzierten Lebensweise mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch nicht mehr einfach 30 Jahre nach hinten verschoben werden können.
Und da war mir klar, dass diese Entscheidung jetzt fallen muss – noch bevor ich plane mich irgendwo nieder zu lassen und evtl. eine Familie zu gründen.
Dazu möchte ich folgende Dinge in meiner neuen Lebensphase anpacken:
- Mein Job soll nicht von meinem Leben „abgekoppelt“ sein und lediglich dafür da sein, Geld zu verdienen, um dann mein restliches Leben davon zu finanzieren. Work-Life-Blending nennt sich das.
- Meine Zeit möchte ich sowohl in der Arbeit als auch in der Freizeit Aktivitäten widmen, die meinen Werten entsprechen bzw. diese berücksichtigen.
- Ich möchte mein Leben nicht nach meinen Bauchgefühlen ausrichten (Lustmaximierung und Unlustvermeidung), sondern auch Verantwortung für andere und die Umwelt übernehmen.
- Ich möchte am nachhaltigen Umbau der Gesellschaft mitarbeiten, sei es technologisch, gesellschaftlich oder politisch.
- Ich möchte meine Talente und Stärken dort einsetzen, wo sie gebraucht werden.
Über Werte
Wer sich aufmacht, im Leben nach höheren Motiven als den eigenen Bauchgefühlen zu streben, der braucht Orientierung.
Es ist einfacher im Leben seinen Gefühlen hinterher zu rennen, denn Gefühle sind immer da und wollen uns irgendwas sagen. Meist folgt das folgendem Prinzip: Alles was sich gut anfühlt mache ich, alles was sich nicht so gut anfühlt lasse ich sein oder kämpfe sogar dagegen an.
Wer seine Gefühle als Leitmotiv hat braucht nicht nachdenken, denn Gefühle gibt es immer und zu allem. Kluge Gedanken jedoch sind das Resultat von Reflektion und (selbst)kritischer Analysen, die Zeit brauchen und sich auch nicht immer gut anfühlen.
Also lasse ich das doch lieber sein und höre auf meinen Bauch (nicht zu verwechseln mit der Intuition).
Und damit will ich nicht sagen, dass ich so nicht bin: Ich kämpfe genau so mit meinen Bauchgefühlen wie jeder andere auch. Doch für meinen neuen Lebensentwurf sollen sie nicht mehr als Richtschnur gelten.
Doch was ist dann die Richtschnur? Richtig: Werte!
Das tolle an Werten ist, dass Jede:r sie völlig unabhängig von gesellschaftlichen und sozialen Gefügen, des Kontostandes und sogar der Bauchgefühle wählen kann. Werte sind ein Ausdruck von Freiheit im Handeln: Ich kann sie für mich festlegen und danach handeln. Das einzige was mir da in die Quere kommt sind – wer hätte das gedacht – meine Gefühle.
Folgende Werte sind mir wichtig und sollen auch Ausdruck in meiner neuen Lebensweise finden:
- Gelassenheit
- Toleranz
- Sinnhaftigkeit
- Tapferkeit
- Maß
- Nachhaltigkeit
- Nächstenliebe
- Disziplin
- Wahrheit
- Hoffnung
- Dankbarkeit
- Respekt
Diese Liste und vor allem die Reihenfolge der Werte wird sich sicher im Laufe meines Lebens (und auch schon der Reise) weiterentwickeln, doch zunächst soll sie mir als eine Richtschnur dienen, was überhaupt für mich als sinnvoll empfunden werden kann und was nicht.
Moment! Eigentlich wollte ich meinen Lebensentwurf doch nicht mehr nach Gefühlen und Empfindungen ausrichten?!
Ich glaube und hoffe, dass die stetige Ausrichtung des Handelns nach Werten, an die man glaubt, auch ein zutiefst befriedigendes Gefühl hervorbringt, das aus Integrität entsteht. Und so wird aus den Werten am Ende wieder ein Gefühl.
Aber eben keines, was einfach da ist wie Lust, Hunger, Neid, Zorn, Angst, etc. (affektive Gefühle) sondern eines, was sich gebildet hat durch Schleifen des Charakters und die Ausrichtung des Lebens durch bewusste Entscheidungen.
So wie sich z.B. auch Liebe (wohl unbestreitbar ein Gefühl, das aus einer Entscheidung entsteht) zwischen Menschen entwickelt, die sich dazu entschließen, liebevoll miteinander umzugehen, die Fehler der anderen Person anzuerkennen und zu lieben und Meinungsverschiedenheiten zu besprechen, ohne dem anderen eine böse Absicht zu unterstellen.
Bitte keine Perfektion
Mir ist klar, dass alles Streben in Richtung der Perfektion müßig ist, denn der Mensch und die Welt sind nicht perfekt.
Daher ist es mir wichtig zu schauen, wo ich meinen Werten am ehesten entsprechen kann, wo ich besser werden darf und auch mit anderen so zu verfahren.
Daher suche ich auf unserer Reise nach einem oder mehreren Orten, wo diese Werte ebenfalls als wichtig erachtet werden und versucht wird, ihnen zu entsprechen.
Doch dass auch dort letztlich nur Menschen leben werden, die immer wieder daran scheitern werden diesen Werten zu entsprechen, ist mir von Anfang an bewusst.
Und so kann ich mich als wunderbar unperfekter Mensch in Demut anderen unperfekten Menschen annähern und gemeinsam mit Ihnen versuchen ein kleines Ökosystem zu erschaffen, in dem diese Werte mehr Entsprechung finden, als ich das aktuell in der Welt sehe, wo es meiner Meinung nach viel zu sehr um Werte wie Macht und Wachstum geht.

(M)ein neues Utopia?
Mit diesen herrlich unperfekten Ansprüchen gehe ich nun also los und versuche mein Glück zuerst in Lebensmodellen, wo Menschen in Gemeinschaft zusammen wohnen und gemeinschaftlich wirtschaften.
Ich bin ein extravertierter Mensch, der in der Umgebung und im Umgang mit anderen Menschen aufgeht und aufblüht, sofern die Welten nicht zu sehr auseinanderliegen.
Da kommen dann die Werte wieder ins Spiel…
Um beides in Einklang zu bringen, möchte ich das Konzept von Ökodörfern näher unter die Lupe nehmen und versuchen, viel Zeit in solchen Projekten zu verbringen.
Was letztendlich daraus wird erfahrt ihr dann im Reiseblog.
Der Gedanke von gemeinschaftlichem Wohnen und Arbeiten lässt schon seit längerer Zeit mein Herz höher schlagen und entspricht sowohl meinem Wesen als auch meinen Werten, zumindest dem ersten Anschein nach.
Dort haben es mir aktuell vor allem die Ökodorf-Projekte angetan.

Über Ökodörfer
Ökodörfer sind Gemeinschaften, die sich auf die Fahne geschrieben haben wieder mehr in einer dörfischen Gemeinschaft zusammen zu leben. Dabei wollen diese Gemeinschaften die Verschiedenartigkeit der Bewohner feiern und nutzen sowie in Einklang und Respekt mit der Umwelt leben. Nachhaltiges Wirtschaften und eine reduzierte Lebensweise spielen dabei eine wichtige Rolle.
Außerdem wird in Gemeinschaftsprozessen dafür gesorgt, dass die Menschen sich nicht in ihren Bubbles voneinander entfernen und Intrigen sowie Klatsch&Tratsch die Gemeinschaft entzweien, so wie es Social Media aktuell in einem noch nicht abzusehenden Ausmaß mit der modernen Weltbevölkerung tut.
Ich bin mehr als gespannt darauf, wie es sich in so einem Projekt lebt und wo dort mein Platz sein könnte.
Die Aussicht darauf ist jedoch sehr schön und ich glaube, ich könnte in so einer Umgebung sehr gut leben.
Und vielleicht ist so ein Modell ja sogar eine echte Alternative zum aktuellen Gesellschaftsmodell, denn diese braucht es definitiv, wenn wir unseren Enkelkindern kein Schlachtfeld hinterlassen wollen.
Du hast noch nie etwas von Ökodörfern gehört? dann google doch mal und schreib mir gern Anregungen in die Kommentare.
Hier findest du auch einen Einstieg in die Thematik: GEN Deutschland
Und los geht´s
Also dann! Auf geht´s, ich bin gespannt was mich erwartet und vor welche Herausforderungen wir gestellt werden!
Auf unserer Reise versuchen wir so wenig CO2 wie möglich zu erzeugen und sind gespannt, wie das alles mit den Öffentlichen so klappt.
Jetzt kommt ja auch das Bahn Deutschlandticket – eine große Erleichterung 🙂
Also dann, bis bald!

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