geschrieben von Daniel.
Niemand räumt freiwillig gern seine Wohnung aus… und niemand verschenkt gern den Großteil seines Besitzes… Außerdem gibt niemand aus Vergnügen einfach so die Sicherheit eines gut bezahlten Jobs, inkl. Karriereaussichten und den persönlichen Kontakt zu vielen Menschen auf – gerade in der aktuellen Zeit, in der ja eine Krise die nächste jagt…
Keiner, außer wir – und alle, die sich dazu entscheiden, einen Neuanfang zu wagen!
Doch warum machen wir diesen Neuanfang überhaupt?
Warum machen wir diese Reise?
In den letzten Jahren ist uns durch den Einfluss vieler Medien aus verschiedensten Richtungen immer klarer geworden, dass es eine Art Schieflage unseres aktuell etablierten Systems gibt.
Der Wachstumszwang aller Unternehmen und die damit verbundene rigorose Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Umwelt (also unserer Lebensgrundlage) ist für uns einer der wichtigsten Gründe zu sagen: So geht´s nicht weiter. Wenigstens nicht für uns.
Wir verzichten hier auf das Einfügen unzähliger Quellen zum Thema Umweltkrise, denn jeder der sich damit beschäftigt wird diese finden – versprochen.
Was jedoch jeder weiß: Es gibt nur eine Erde. Und wenn es eine andere gibt ist diese so weit weg, dass wir sie nicht innerhalb der nächsten Jahrzehnte erreichen können, um zu flüchten oder sie auszubeuten für Zwecke auf dieser Erde.
Gerechtigkeit bedeutet, dass Jede:r ein Recht hat gleich behandelt zu werden und somit auch gleich viel zu konsumieren, auch wenn er/sie nicht im globalen Norden lebt. Und um zu überprüfen wie es mit unserem Lebensstil steht kann man sich hier einen Überblick über den eigenen Fußabdruck verschaffen: WWF-Klimarechner
Es gibt aber auch noch unzählige andere Rechner. Das schöne hier: das subjektive Empfinden wie „Ich habe aber doch Solarzellen auf meinem 300m² Haus“ oder „ich fahre doch ein E-Auto“ wird leider bei der Berechnung nicht mit berücksichtigt, weshalb man faktisch schonungslos mit dem eigenen Lebensstil konfrontiert wird.
WICHTIG: Alle diese Rechner legen unterschiedliche Annahmen und Berechnungsmodelle zugrunde, weshalb bei verschiedenen Rechnern teils gravierende Abweichungen zustandekommen. In diesem Zusammenhang ist aber eine exakte Berechnung viel weniger wichtig als die Botschaft, die dahinter steckt: Mein Handeln hat Folgen und das, was ich als meine Freiheit als Konsument bezeichne (z.B. Der Anspruch jedes Jahr fliegen zu dürfen), ist in Wahrheit eine Rechnung, die jemand anders oder die Natur (oder häufig beides) zahlen muss!
Der Klimabericht des IPCC ist ebenfalls eine gute und unabhängige Quelle für Infos rund um den Klimawandel: IPCC
Außerdem gibt es hier eine Zusammenfassung zum aktuellen Bericht des IPCC zum Klimawandel (Englisch): Sachstandbericht Klimawandel AR6
Weiterhin ist der Klimawandel nur eine von vielen Auswirkungen, die unser rücksichtloser und respektloser Umgang mit der Natur nach sich zieht. Überfischung, Vergiftung von Süßwasserquellen, Artensterben, Bodenzerstörung, Entwaldung, Vermüllung, etc.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hat dazu eine Grafik (von 2015) veröffentlicht, in der gezeigt wird in wie vielen Bereichen planetarer Grenzen wir bereits in unsicherem Terrain unterwegs sind. Kurz: Wir haben keine Ahnung welche Auswirkungen unser Handeln hat.

Die Quelle ist dieser Artikel: Planetare Belastbarkeitsgrenzen
In unserer weiteren Entscheidungsfindung war uns außerdem wichtig, wieder näher an der Natur zu leben und unsere Arbeit nicht mehr von unserem Leben abzukoppeln. Zu Neudeutsch: Work-life-Blending.
Für uns bedeutet das, dass der Gang zur Arbeit und die dort geleistete Tätigkeit, die die produktivste und kreativste Zeit unserer Wachzeit des Tages in Anspruch nimmt, nicht mehr vom Rest unseres Lebens abgekoppelt sein soll.
Außerdem suchen wir nach einer Art der Tätigkeit, die sich mehr mit unseren Werten in Einklang bringen lässt:
- Nachhaltigkeit
- Achtsamkeit
- Gemeinschaft
- Naturverbundenheit
- Verzicht
- Verantwortung
- Sicherheit
Kurz gesagt suchen wir nach einer Vision für eine Gesellschaft, die es schafft ohne oder mit sehr viel weniger Zerstörung und Ausbeutung zu Leben und dennoch kein „schlechtes“ Leben führt.
Was ein gutes bzw. schlechtes Leben ist muss natürlich jeder selbst definieren (Vielleicht gelingt uns das auch als Gesellschaft irgendwann, um einen Maßstab festzulegen, wie viel jedem zusteht?) aber wir glauben, dass ein Leben mit weniger materiellen Gütern, dafür aber mehr Nachhaltigkeit und Gemeinschaft uns am Ende mehr geben kann. Vor allem das Gefühl einer sinnvollen Existenz.
Wir sind keine Gesellschaftshasser oder Nein-Sager, sondern geben uns die beste Mühe mit Güte auf uns selbst, die Welt und ihre Machenschaften zu schauen.
Wir sind aber auch nicht naiv und nicht bereit, offensichtliche Schieflagen zu ignorieren oder diese schön zu reden.
Also ist klar: Alles muss irgendwie neu werden. Die Arbeit, der Wohnort, die Menschen…
Und da es dafür leider aktuell für uns keine „Blaupause“ gibt machen wir uns auf die Suche nach einem Ort, wo wir unsere Vision mit anderen teilen und leben können – und wir sind mehr als gespannt ob uns das gelingt!
Die weiteren Blogeinträge im Reiseblog werden euch zeigen wo wir suchen, was wir dort finden und ob das zu unserer Vision passt oder nicht.
Unsere Vision
Unsere aktuelle Vision wird sich sicherlich im Laufe der Reise durch unsere Erfahrungen schleifen und schärfen, aber aktuell können wir es folgendermaßen zusammenfassen:
„Wir suchen nach einem Ort, wo unser Denken und Handeln direkt in den Erhalt bzw. das achtsame und bedachte Wachsen unseres Umfeldes eingeht. Dabei soll unser Wirken nicht in erster (und 2er, 3er… erst irgendwann später) Linie wirtschaftlichen Interessen dienen, sondern vor allem in Einklang mit Umwelt und Mensch in mittelbarem und unmittelbarem Umfeld stehen“
Wir wollen im Kleinen etwas finden und mitgestalten, was es aktuell im Großen Maßstab (noch) nicht gibt: Eine Gesellschaft, die mit Liebe und Mitgefühl aufeinander schaut, Verantwortung für ihr Handeln und den daraus entstehenden Konsequenzen übernimmt und sich nicht mehr vorwiegend nach Wachstum, Macht und Geld richtet.
Wo fangen wir an?
Angefangen hat alles mit einer Entscheidung: Wir brechen auf – einfach mal los!
Diese Entscheidung ist daraus erwachsen, dass wir in unserem Herzen gespürt haben, dass wir nach etwas anderem suchen als nach dem, was wir aktuell leben.
Sich eine gemeinsame Vision aufzubauen, sich der eigenen Werte bewusst zu werden und nicht mehr „weg zu schauen“ bei den Dingen die man so tut und konsumiert hat uns geholfen, diesen Schritt zu gehen.
Zu Beginn unserer Reise werden wir in einem Yoga- und Meditationszentrum Zeit verbringen und unsere Vision und Werte nochmals nachschärfen, damit wir danach genau wissen was wir suchen. Außerdem wollen wir die Zeit dort nutzen, um uns eine Auszeit zu gönnen, einmal Reset zu drücken und dann mit klarem Kopf loszugehen.
Danach werden wir ein Ökodorf in Deutschland besuchen. Aktuell scheint für uns das Konzept „Ökodorf“ am besten zu unserer Vision zu passen und wir sind gespannt, wie sich das vor Ort anfühlen wird.
Naturnah, eigener nachhaltiger Bio-Lebensmittelanbau, nachhaltiger Häuserbau, Nachhaltige Zukunftsvisionen, Gemeinschaft statt jeder für sich, Pioniere in alternativer Gesellschaftsform, etc…
Das findest du auch interessant? Hier gibts mal eine kleine Übersicht über solche Projekte: Global Ecovillage Network – Community for a Regenerative World
Daher beginnt unsere Reise hier – wir sind gespannt, was davon am Ende tatsächlich wahr ist, welche Kompromisse wir eingehen dürfen und ob wir in einem Ökodorf hängen bleiben 🙂
Wir freuen uns, wenn wir dabei mit dir Kontakt halten können und du uns durch das Lesen unseres Blogs auf unseren Spuren folgst.
Und wer weiß, vielleicht können wir dich und andere auch inspirieren Ausschau zu halten nach Lösungen für ein gutes und nachhaltiges Leben – und diese dann umzusetzen 🙂

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