Vorfreude

In etwas über einer Woche geht es los. Die Reise beginnt offiziell.

An sich sind wir ja schon mittendrin. Wir sind schon raus aus dem Job, raus aus den eigenen vier Wänden. Aber eben irgendwie doch noch nicht so ganz. Eine Woche zuhause bei den Eltern ist eben doch irgendwie zuhause und normal. Bekannt. Nichts Außergewöhnliches in dem Sinne, wenn auch schön und eben doch ein bisschen besonders, da so eine längere Zeit sonst höchstens Mal um Weihnachten rum zustande kommt. Und auch die Aussicht auf das Osterfest mit der Familie unterscheidet sich noch nicht wirklich von jedem anderen Jahr.

Aber die Zeit läuft weiter und in einer Woche geht es dann also „richtig“ los. Nur noch den Rucksack als Gepäck, nur noch wir beide. Und natürlich die Aussicht auf viele Stationen, viele neue Menschen und Eindrücke. Erfahrungen. Herausforderungen. Und Vorfreude.

Die Vorfreude kam bei mir in der letzten Woche. Als ich ein bisschen Zeit hatte, mich mit unseren ersten zwei Wochen des Unterwegsseins zu beschäftigen. Die zwei Wochen, die wir als Urlaub nutzen, um dann schließlich in Wales bei unserer ersten Station anzukommen. Die Zeit in Wales möchte ich auf mich zukommen lassen. Nichts im Vorhinein planen, sondern mit offenem Geist dran gehen und mich darauf einlassen, was auch immer konkret passieren wird.

Die zwei Wochen davor aber, das ist gerade mein kleines Projekt. Der Rahmen ist gesteckt, Unterkünfte und Zugverbindungen stehen schon seit Wochen und sogar teilweise Monaten fest. Das ist aber auch alles. Bis jetzt war mein Kopf immer noch voll mit Arbeit, Freizeit-To-dos, Reisevorbereitungs- und Umzugs-To-dos. Abschieds-To-dos.

Und jetzt ist dafür endlich Zeit. Was wir jeweils vor Ort machen, das ist noch offen und meine Spielwiese. So viele Möglichkeiten! Und der Hintergrund oder das Ziel ist einfach: es gibt keins. Wir dürfen uns auf uns konzentrieren. Auf Entspannung, Entdeckung, Kultur, Natur – alles, worauf wir Lust haben. Durchatmen.

Und da, während ich auf den verschiedenen visitbritain-Seiten gestöbert habe, habe ich sie bemerkt. Die Vorfreude. Ich musste lächeln, habe uns schon an diesem und jenem Ort gesehen, die Dom-Treppen hinauf- und die Gasse hinunterlaufen sehen. Und ich habe mich gefragt, wann ich sie zuletzt so stark gespürt habe? Worauf habe ich mich zuletzt so gefreut? Was hat mir nur beim Gedanken daran ein Lächeln ins Gesicht gezaubert? Mein Herz höher schlagen lassen? Und das über mehrere Tage? Das dürfte schon ein bisschen her sein. Oder ist im Alltagsstress untergegangen. Schnell wieder vergessen gewesen.

Aktuell habe ich sonst keine großen Verpflichtungen, keinen Alltag, keine Arbeit, keine To-do-Liste mehr, die meine Gedanken einnimmt und sie beschränkt. Mich fast schon gefangen hält im täglichen oder wöchentlichen Hustle. Und das fühlt sich so gut an. So frei. Jetzt genieße ich die Zeit der Vorfreude und versuche gleichzeitig, keine zu hohen Erwartungen zu bekommen. Beziehungsweise werde ich mich dann vor Ort darin üben, es wieder alles auf mich zukommen zu lassen.

Es wird gut – so oder so.

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