Es war ziemlich still in letzter Zeit, so yoga-mäßig. Und tatsächlich nicht nur das, sondern auch generell hat mir die Inspiration und Motivation gefehlt, etwas nach Außen zu bringen.
Ich habe Ende März den Boden unter den Füßen verloren – buchstäblich. Bei einem Unfall bin ich völlig nichtsahnend in einen 2 Meter Schacht gefallen. Füße voraus – und alles ging vergleichsweise gut aus. Das Schlimmste war ein gebrochener Finger und ein paar Wochen mit einem Pflaster im Gesicht.

Aber eben doch nicht. Mein Körper war im Schock, den ich mir selbst erst gar nicht eingestehen wollte. Ist doch alles nicht so schlimm, jetzt heul‘ mal nicht, da machen sich die anderen noch mehr Sorgen – das waren Gedanken, während ich noch im Loch saß. Wie verrückt ist das bitte? Dass mein System gerade einen Schock erlitten hat, die Sicherheit des Bodens unter den Füßen einfach weg war – das habe ich mir erst später auch mental zugestanden.
Und dass das Zeit braucht, und tiefer geht und mehr ist, als nur die aufgeplatzte Haut und der zersplitterte Knochen, das hat auch Zeit gebraucht. Dass es auch die verloren gegangene Unabhängigkeit war, sich nicht verstecken können, nicht einfach machen, was ich will und wann.
Über Wochen habe ich mich unsicher in mir selbst gefühlt und auch in meinen Entscheidungen. Ich war übervorsichtig und teilweise wie blockiert. Yoga zu machen, geschweige denn zu geben, war mir total fern. Da war nichts, das ich hätte weitergeben wollen. Oder Ideen, wie. Ich war eine Zeit lang wie in einem Kokon, voller Angst.
Mitte Juni sind wir dann wieder nach Wales gefahren, zur spirituellen Gemeinschaft in Snowdonia. Und dort habe ich nochmal über meinen Unfall und vor allem über mein anhaltendes Gefühl von Unsicherheit gesprochen. Und ich habe mich gehört gefühlt. Verstanden. Und Tipps bekommen, wie ich diesen Zustand wieder ändern könnte. Ich bin in die Natur gegangen und habe dem Fluss alles mitgegeben, dass jetzt bei mir langsam gehen durfte. Ich habe mich mit den Bäumen verbunden und ihre Stabilität gespürt und auch in mir selbst wiedergefunden. Ich habe ein Gespräch gehabt mit einem sehr lieben Menschen, der mir geholfen hat, die Blockade körperlich loszulassen.
Und es geht mir tatsächlich besser. Ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst. Ich fühle mich wieder wohl in mir und sicher in meinen Entscheidungen und in meinem Leben. So sicher, wie ich eben sein kann. Mein Finger ist zwar immer noch ein bisschen dick und krumm und nicht so belastbar und fühlt sich irgendwie immer noch fremd an, aber in meinem Wesen fühle ich mich wieder wohl. Und ganz.
Und vor allem habe ich wieder Lust raus zu gehen. Mit Yoga Menschen zu berühren. Mein kleines Licht in die Welt zu geben.


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